Kann ich meine Miete mindern?

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Voraussetzung um die Miete zu mindern ist stets, dass der vorhandene Zustand der Wohnung von der vertraglich vereinbarten Beschaffenheit der Wohnung abweicht. Dies ist immer dann der Fall, wenn während der Dauer des Mietverhältnisses ein Mangel auftritt. War die Wohnung bereits bei Übergabe mit Mängeln behaftet, verliert der Mieter seinen Minderungsanspruch jedoch dann, wenn er ohne diese Mängel im Übergabeprotokoll zu rügen, die Wohnung abnimmt. Wichtig ist es daher stets, auch bei Beginn des Mietverhältnisses sorgfältig zu prüfen, welche Mängel an der Wohnung vorhanden sind oder nicht und diese auch gegenüber dem Vermieter geltend zu machen.

Um die Miete mindern zu können, ist ferner die Anzeige des Mangels gegenüber dem Vermieter notwendig. Denn nur so wird dieser in die Lage versetzt, den gerügten Mangel zu beseitigen, sofern der Mangel nicht offensichtlich und dem Mieter bekannt ist.

Schließlich kann nur dann gemindert werden, wenn der Mangel nicht lediglich zu einer unerheblichen Minderung der Gebrauchsmöglichkeit führt.

Ebensowenig kann das Minderungsrecht des Mieters durch Allgemeine Geschäftsbedingungen ausgeschlossen werden. Im Hinblick auf die Vielzahl möglicher Mängel und deren Auswirkung auf die Nutzungsmöglichkeit der Wohnung können die nachfolgend beispielhaft dargestellten Minderungsbeträge nur eine grobe Orientierung bieten, maßgeblich zur Ermittlung der konkreten Minderungshöhe ist daher stets der Einzelfall. Die Minderungssätze selbst berechnen sich immer von der Gesamt- und/oder Warmmiete, also unter Einschluss der Vorauszahlungen für die kalten und warmen Betriebskosten.

Mangel Minderungsquote

Sanierung des gesamten Hauses nebst Wohnung des Mieters mit allen Arbeiten 100 %
Ausfall der Heizung im Winter 100 %
Geruchsbelästigung durch Lösungsmittel (für die betreffenden Räume) 90 %
Toilette, nicht benutzbar 80 %
von der Decke tropfendes Wasser, nasse Wände und Fußböden 50 %
überhöhte Formaldehydbelastung 50 %
in Schlaf –und Kinderzimmer extremer Gaststättenlärm 50 %
Durchschnittstemperaturen im Wohnzimmer von 15 °C 30 %
übermäßiger Baulärm 30 %
Abwasserstau aus der Toilette 30 %
Bordell im Haus, Belästigung durch Besucher 30 %
Taubenhaltung Dritter, Verunreinigungen des Balkons/Fensters durch Taubenkot 25 %
erheblicher Schimmelbefall in der Wohnung 25 %
Silberfische in der Wohnung 20 %
mangelnder Schallschutz 20 %
Hundekot im Treppenhaus 20 %
Fehlen der Wohnungseingangstür 15 %
Einrüstung des Hauses mit einer Plane im Zuge von Bauarbeiten 15 %
nichtnutzbarer Balkon 15 %
schlechter Fernsehempfang 10 %
nichtnutzbarer Keller 10 %
Fehlen der Warmwasserversorgung 10 %
Bauschutt auf dem Wohnungsgrundstück 10 %
Ausfall Fahrstuhl 10 %
Gegensprechanlage defekt je nach Lage der Wohnung 1 % bis 6 %
Wassereintritt durch undichte Fenster 5 %
unzureichender Trittschallschutz und übermäßige Hellhörigkeit 5 %
Fehlen der Klingel 5 %
Störung Fernsehempfang 5 %
Fehlender Briefkasten 3 %
Hauseingangstür defekt 3 %