Arbeitsvertrag gekündigt - was nun?

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Für den Kündigungsschutz kommt es zunächst darauf an, ob in dem Betrieb mehr als fünf Arbeitnehmer, bei Beginn des Arbeitsvertrages vor dem 31.12.2003, oder mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigt sind. Bei Kleinbetrieben, in denen die vorgeschriebene Anzahl der Beschäftigten nicht erreicht wird, findet das Kündigungsschutzgesetz in der Regel keine Anwendung. Auch in diesen Kleinbetrieben ist jedoch der Arbeitgeber gehalten, nach den Grundsätzen von Treu und Glauben Kündigungen nicht willkürlich auszusprechen, so dass auch in diesen Fällen geprüft werden sollte, inwieweit erfolgreich gegen die Kündigung vorgegangen werden kann.

Ist der Schwellenwert von mehr als fünf bzw. zehn Arbeitnehmern erreicht, muss innerhalb einer Frist von drei Wochen nach Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage erhoben werden. Sodann wird vom Gericht geprüft, ob die vom Arbeitgeber genannten Kündigungsgründe zutreffend sind; insbesondere ob hierdurch der Arbeitsplatz des Arbeitnehmers weggefallen ist. Liegen diese betriebsbedingten Gründe für die Kündigung des Arbeitsplatzes vor, wird anschließend geprüft, ob unter Berücksichtigung der Kriterien von Lebensalter, Betriebszugehörigkeit, Unterhaltsverpflichtungen und einer etwaig ggf. vorliegenden Schwerbehinderung die Auswahl des zu kündigenden Arbeitnehmers sozial gerecht erfolgt ist.

Je nach Ausgang der Prüfung ist dann entweder die Kündigung wirksam oder der Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf Weiterbeschäftigung. Vielfach wird dann auch von Arbeitgeberseite die Zahlung einer Abfindung angeboten, die sich zwischen einem Viertel bis ein Halb des monatlichen Bruttolohnes pro Beschäftigungsjahr beläuft, in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens und dem Wunsch, das Arbeitsverhältnis zu beenden.

Wichtig ist darüber hinaus auf jeden Fall auch zur Wahrung der Ansprüche auf Arbeitslosengeld, sich unverzüglich, also innerhalb von drei Tagen nach Erhalt der Kündigung beim JobCenter arbeitslos zu melden, um nicht eine Kürzung der Ansprüche zu riskieren.